NEV blickt auf erfolgreiches Jahr zurück, Verwaltungsrat einstimmig wiedergewählt
„Wir müssen mit aller Kraft Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg ausbauen!“ – mit diesem eindringlichen Appell hat Bürgermeister Ralf Trettner aus Pleidelsheim am 24.11.2023 die Mitgliederversammlung des Neckar-Energieverbands in Besigheim eröffnet. Ein Großteil der insgesamt 176 Städte, Gemeinden und Landkreise des kommunalen Zweckverbands hatten den Weg in die Alte Kelter nach Besigheim gefunden, um die Geschäftszahlen aus dem vergangenen Jahr, die Entwicklungen im laufenden Jahr und die Prognosen für die Zukunft zu verfolgen.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Verbands sei sehr erfreulich, man könne in diesem Jahr die höchste Ausschüttung seit Jahren an die Verbandskommunen vornehmen, so Verbandsvorsitzender Trettner. Allerdings seien auch die Herausforderungen der Energiewende mittlerweile beim NEV angekommen. Insbesondere der steigende Kapitalbedarf in den Stromnetzgesellschaften, ungünstige Rahmenbedingungen für die Eigenkapitalverzinsung seitens der Bundesnetzagentur sowie die nach wie vor ungewisse Zukunft der Gasnetze bereiten den Verantwortlichen zunehmend Kopfzerbrechen; von den steigenden Zinsen für Fremdkapital ganz zu schweigen. Geschäftsführer Dürr bringt es auf den Punkt: „Wir fragen uns schon, wo all das Kapital herkommen soll? Vor ungefähr zehn Jahren hatten wir in einer Stromnetzgesellschaft einen jährlichen Invest von 10 Millionen Euro, heute stehen wir bei 27 Mio. Euro im Jahr, Tendenz steigend.“
Erfreulicher hätte sich zwar im Jahr 2022 die Ertragslage der Wind- und Solarparks des NEV gestaltet. Aber auch hier stelle sich zunehmend die Frage der Finanzierbarkeit von neuen Projekten. „Auch wir als finanzstarker Verband können jeden Euro leider nur einmal ausgeben. Die massiven Investitionen in die Netze verringern daher auch unseren finanziellen Spielraum beim Ausbau der Erneuerbaren Energien im Verbandsgebiet.“ – so Dürr. Gerade hier läge zur Zeit der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit des NEV: die Verbandskommunen umfassend bei der Ausweisung von Vorrangflächen für Wind- und Solarenergie sowie der wirtschaftlichen Betätigung in diesem Bereich zu unterstützen. Allerdings zahle es sich jetzt auch aus, dass der NEV bereits vor zehn Jahren mit dem Erwerb von Beteiligungen an Wind- und Solarparks rechtlich und wirtschaftlich in die Themen eingestiegen sei. Das während der Jahre gewonnene Knowhow komme jetzt direkt interessierten Verbandskommunen zugute, stellte der frisch wiedergewählte Verbandsvorsitzende Trettner abschließend fest. Deswegen läge auch hier, gemeinsam mit den Netzgesellschaften, weiterhin der Schwerpunkt des NEV auf dem Vorsatz: „Gemeinsam mit den Verbandskommunen Energiewende machen – mit allem, was dazugehört!“ Mit einem frisch wiedergewählten Verwaltungsrat (siehe Foto) an seiner Seite freue er sich auf die Fortsetzung dieser spannenden Aufgabe.
Im Anschluss an den formellen Teil der Verbandsversammlung hielt Landrätin Stefanie Bürkle aus Sigmaringen und Vorsitzende des Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) einen spannenden Vortrag zu den Herausforderungen, Möglichkeiten und Zielen als kommunaler Großaktionär der EnBW Energie AG.
